DOLMETSCHEN

Dolmetschen

Französisch - Deutsch - Englisch

Simultandolmetschen vs. Konsekutivdolmetschen

Während beim Übersetzen schriftliche Sprache übertragen wird, bezeichnet Dolmetschen die mündliche Sprachübertragung. Es gibt zwei große Dolmetscharten: das Simultan- und das Konsekutivdolmetschen.

Das Simultandolmetschen ist deutlich aufwändiger: Es bedarf einer mehrtägigen Vorbereitung des Dolmetschers, einer schalldichten Kabine mit direktem Blick auf den Redner und einer Personenführungsanlage (PFA). Vorträge oder Reden können so fast in Echtzeit, zeitgleich, übertragen werden. Der Dolmetscher muss gleichzeitig hören und sprechen. Diese Art des Dolmetschens verlangt eine sehr hohe Konzentration des Dolmetschers, der daher mindestens zu zweit dolmetscht und sich mit seinem Kollegen alle 20-30 Minuten abwechselt (Konferenzen, Kolloquien, Schulungen usw.). Eine Sonderform des Simultandolmetschens ist das Flüsterdolmetschen (Chuchotage), bei dem der Dolmetscher den verdolmetschten Redebeitrag einer oder zwei Personen ins Ohr flüstert (Aufsichtsratssitzungen, Hauptversammlungen usw.).

Das Konsekutivdolmetschen erfolgt zeitversetzt nach einem längeren Redeabschnitt von 5-10 Minuten. Daher ist bei dieser Art des Dolmetschens etwa die doppelte Zeit der Vorträge einzuplanen. Je nach Schwierigkeitsgrad und Einsatzdauer kann es auch hier sinnvoll sein, mehrere Dolmetscher einzusetzen. 

Verhandlungsdolmetschen / Gerichtsdolmetschen / Gesprächsdolmetschen

Hierbei handelt es sich um Sonderformen des Konsekutivdolmetschens, bei der kürzere Redeabschnitte zeitversetzt in eine andere Sprache übertragen werden.

Verhandlungsdolmetschen wird für alle Arten der Verhandlung eingesetzt: zwischen Vertragspartnern, bei Gericht, Behörden, Polizei, aber auch bei Tischgesprächen, Führungen und technischen Einweisungen.

Für den Einsatz bei Gerichten, Ämtern, Anwälten, Notaren, Polizei oder anderen Behörden muss der Dolmetscher in Deutschland zuvor einen Eid leisten. Dies kann entweder direkt vor Beginn der Verhandlung geschehen (§ 189 Abs. 1 GVG) oder im Vorfeld durch die allgemeine Vereidigung des Dolmetschers an einem Landgericht oder Oberlandesgericht (§ 189 Abs. 2 GVG). 

In Frankreich gilt dasselbe Prinzip: Ein Dolmetscher kann entweder jedes Mal vereidigt werden, wenn er bestellt wird (§ D594-11 Abs. 3 französische StPO – Code de procédure pénale) oder aber seinen Eid im Vorfeld bei einem Berufungsgericht (cour d’appel) bzw. am Kassationshof (Cour de cassation) leisten und damit in eine französische Experten-Liste (liste des experts judiciaires) aufgenommen werden (§ D594-11 Abs. 1 französische StPO – Code de procédure pénale).

Online-Dolmetschen / Ferndolmetschen / Remote-Dolmetschen

In Corona-Zeiten finden zahlreiche Termine, Verhandlungen und Veranstaltungen online statt. Dolmetscher können ohne technischen Mehraufwand Videokonferenzen oder Telefonkonferenzen für konsekutive Sprachübertragungen zugeschaltet werden.

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